Steckbriefe der Verkehrssicherheit: Junge Fahrer und Fahrerinnen

18- bis 24-Jährige (Deutschland, 2013) [1] 6.370.000 (7,9 % der Gesamtbevölkerung)

verungl2

Quelle: Holte (2012)

Unfälle (Deutschland, 2013) -   Insgesamt: 493 Getötete, 10.548 Schwerverletzte, 55.956 Leichtverletzte. - 493 Getötete: davon 5,1 % als Fußgänger, 1,8 % als Radfahrer, 51,7 % als Pkw-Fahrer/in, 17,6 % als Pkw-Mitfahrer/in und 21,5 % als Fahrer von Mofas, Mopeds oder Motorrädern. -   18-24-Jährige sind mit einem Anteil von 21,53 % (342 Personen) an allen getöteten Pkw-Insassen vertreten (dieser Wert lag 2012 bei 24,3 %, 2010 bei 27,6 % und 2005 bei 28,8 %); 21, 8 % aller getöteten Pkw-Fahrer/innen.

Unfallrisiko, Risikovergleiche: Die 18- bis 21-Jährigen haben das mit Abstand höchste auf die Fahrleistung bezogene Risiko, mit einem Kraftfahrzeug zu verunglücken, gefolgt von den 21- bis 24-Jährigen (siehe Bild oben).

Unfallursachen (Fehlverhalten als Pkw-Fahrer bei Unfällen mit Personenschaden): nicht angepasste Geschwindigkeit (23 %), zu geringer Abstand (16 %), Vorfahrt nicht beachtet (13 %), Alkoholeinfluss (4,3 %), Einfluss anderer berauschender Mittel (0,6 %; eine hohe Dunkelziffer wird angenommen).

Risikofaktoren: Mangelnde Fahrerfahrung, mangelnde Fähigkeiten, Lebensstil, Risiko-bezogene Fahrmotive und Einstellungen, hohe grundsätzliche Risikobereitschaft, hohe Aggressionsbereitschaft, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, Unterschätzung von Gefahren, nicht angemessener Umgang mit eigenen Emotionen (mangelnde Impulskontrolle), Übermüdung, Einfluss der Mitfahrer (sozialer Druck), geringere Gurtnutzung, Ablenkung durch Mobiltelefone, Smartphones oder MitfahrerInnen. [2][3][4]

Besonders Gefährdete: Fahranfänger und bestimmte Lebensstiltypen (autozentrierter Typ); das Unfallrisiko junger Fahrer reduziert sich nach ca. 2 Jahren Fahrerfahrung um etwa 50 %. [2][3][5]

Zum Weiterlesen: "Warum junge Autofahrer verunglücken"


[1] Statistisches Bundesamt (2014). Verkehrsunfälle 2013. Fachserie 8, Reihe 7. Stuttgart: Metzler-Poeschel. [2] Holte, H. (2012). Einflussfaktoren auf das Fahrverhalten und das Unfallrisiko junger Fahrerinnen und Fahrer. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Mensch und Sicherheit, Heft M 229, Bremerhaven, Bergisch Gladbach: Wirtschaftsverlag NW. [3] Holte, H., Klimmt, C., Baumann, E. & Geber, S. (2014). Wirkungsvolle Risikokommu-nikation für junge Fahrerinnen und Fahrer. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen. Mensch und Sicherheit, Heft M 249, Bremerhaven, Bergisch Gladbach: Wirtschaftsverlag NW. [4] OECD/ECMT Transport Research Centre (2006). Young drivers. The road to safety. Paris. [5} Willmes-Lenz, G. (2002). Internationale Erfahrungen mit neuen Ansätzen zur Absenkung des Unfallrisikos junger Fahrer und Fahrerinnen. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Mensch und Sicherheit, Heft M 144. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW.