Steckbriefe der Verkehrssicherheit: Junge Fahrer und Fahrerinnen

18- bis 24-Jährige, Deutschland 2017 (in Klammern Zahlen von 2013) [1] 6.325.000 Personen; 7,7 % der Gesamtbevölkerung (7,9 %)

Unfälle (Deutschland, 2017)

  • Insgesamt: 394 Getötete (493),  9.344 Schwerverletzte (10.548),  53.228 Leichtverletzte (55.956).
  • 394 Getötete: davon 10,4 %  als Fußgänger,  1,5 % als Radfahrer,  61,9 % als Pkw-Fahrer/in oder -Mitfahrer/in und 23,1 % als Fahrer bzw. Fahrerin von Krafträdern mit amtlichem Kennzeichen.
  • 18-24-Jährige sind mit einem Anteil von 17 %  (244 Personen) an allen getöteten Pkw-Insassen vertreten (21,53 % in 2013; dieser Wert lag 2012 bei 24,3 %, 2010 bei 27,6 % und 2005 bei 28,8 %); 16 %  aller getöteten Pkw-Fahrer/innen (21, 8 %).

Entwicklung der Verunglückten- und Getötetenzahl: Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten und getöteten 18-24-Jährigen ist seit 1999 deutlich gesunken. Das zeigt sich auch, wenn die absoluten Zahlen in Bezug zur Bevölkerungszahl gesetzt werden (siehe Bilder unten).

Quelle [2]: Überarbeitetes Bild aus Holte (2012)

Quelle [2]: Überarbeitetes Bild aus Holte (2012)

 

Unfallrisiko, Risikovergleiche: Die 18- bis 21-Jährigen haben das mit Abstand höchste auf die Fahrleistung bezogene Risiko, mit einem Pkw zu verunglücken, gefolgt von den 21- bis 24-Jährigen (siehe Bild unten).

Quelle [6]: Holte (im Druck)

Unfallursachen (Fehlverhalten als Pkw-Fahrer bei Unfällen mit Personenschaden): nicht angepasste Geschwindigkeit 21,4 % (23 %), zu geringer Abstand 18,4 % (16 %), Vorfahrt nicht beachtet 12,5 % (13 %), Alkoholeinfluss 3,4 % (4,3 %), Einfluss anderer berauschender Mittel 0,97 %  (0,6 %; eine hohe Dunkelziffer wird angenommen).

Risikofaktoren: Mangelnde Fahrerfahrung, mangelnde Fähigkeiten, Lebensstil, Risiko-bezogene Fahrmotive und Einstellungen, hohe grundsätzliche Risikobereitschaft, hohe Aggressionsbereitschaft, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, Unterschätzung von Gefahren, nicht angemessener Umgang mit eigenen Emotionen (mangelnde Impulskontrolle), Übermüdung, Einfluss der Mitfahrer (sozialer Druck), geringere Gurtnutzung, Ablenkung durch Mobiltelefone, Smartphones oder Mitfahrer und Mitfahrerinnen. [2][3][4]

Besonders Gefährdete: Fahranfänger und bestimmte Lebensstiltypen (autozentrierter Typ); das Unfallrisiko junger Fahrer reduziert sich nach ca. 2 Jahren Fahrerfahrung um etwa 50 %. [2][3][5]

Zum Weiterlesen: "Warum junge Autofahrer verunglücken"


[1] Statistisches Bundesamt (2018). Verkehrsunfälle 2017. Fachserie 8, Reihe 7. Stuttgart: Metzler-Poeschel.

[2] Holte, H. (2012). Einflussfaktoren auf das Fahrverhalten und das Unfallrisiko junger Fahrerinnen und Fahrer. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Mensch und Sicherheit, Heft M 229, Bremerhaven, Bergisch Gladbach: Wirtschaftsverlag NW.

[3] Holte, H., Klimmt, C., Baumann, E. & Geber, S. (2014). Wirkungsvolle Risikokommu-nikation für junge Fahrerinnen und Fahrer. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen. Mensch und Sicherheit, Heft M 249, Bremerhaven, Bergisch Gladbach: Wirtschaftsverlag NW.

[4] OECD/ECMT Transport Research Centre (2006). Young drivers. The road to safety. Paris.

[5] Willmes-Lenz, G. (2002). Internationale Erfahrungen mit neuen Ansätzen zur Absenkung des Unfallrisikos junger Fahrer und Fahrerinnen. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Mensch und Sicherheit, Heft M 144. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW.

[6] Holte, H. (im Druck, erscheint 2018). Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr. Bedarfsanalysen im Kontext von Lebenslagen, Lebensstilen und verkehrs-sicherheitsrelevanten Erwartungen. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen. Bremerhaven: Carl Schünemann Verlag.