Weltweit stirbt alle vier Minuten ein Kind im Straßenverkehr

Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt veröffentlicht, sterben jährlich etwa 186.300 Kinder unter 18 Jahren im Straßenverkehr. Die Gefahr, tödlich im Straßenverkehr zu verunglücken, ist in den Entwicklungsländern dreimal so hoch wie in den hoch entwickelten Ländern. Sie ist für Jungen doppelt so hoch wie für Mädchen, und sie ist am höchsten für Fußgänger (38 %) und für Kinder, die im Auto mitfahren (36 %).

Traffic danger

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Im Rahmen der dritten UN Verkehrssicherheitswoche vom 4.–10. Mai 2015 werden zehn Strategien aufgelistet, mit deren Hilfe die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr verbessert werden kann [1].

1. „Geschwindigkeitskontrollen auf allen Straßen und Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h bei hohem Fußgängeranteil,
2. weniger Alkohol am Steuer zum Schutz der Kinder,
3. Helmnutzung für Radfahrer und Motorradfahrer als Schutz vor schweren Kopfverletzungen,
4. Anschnallen der Kinder unter Verwendung altersgerechter Baby- und Kindersitze, Sitzerhöhungen und Gurte,
5. bessere Sichtbarkeit durch Reflexstreifen, Stirnlampen für Rad- und Motorradfahrer, Schülerlotsen an Überwegen und ausreichende Straßenbeleuchtung,
6. Verlangsamung des Verkehrs, räumliche Trennung verschiedener Verkehrsarten und Schaffung autofreier Zonen,
7. Sicherheit für Passagiere und Fußgänger durch besseres Fahrzeugdesign,
8. Risikominderung durch gestaffelte Fahrerlaubnis für Anfänger,
9. fachgerechte Versorgung verletzter Kinder durch pädiatrisch geschultes Personal und geeignete Ausrüstung,
10. außerdem Beaufsichtigung der Kinder in Straßennähe.“
(zitiert von der Website der Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für Europa, [2])

Als weitere, wichtige Strategie wäre eine gezielte Sicherheitskommunikation [3] zu ergänzen, die insbesondere auf Eltern und Erzieher ausgerichtet ist. Viele Eltern müssen von der Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen und Verhaltensweisen überzeugt werden. Vielfach ist für Eltern auch die korrekte Nutzung von Rückhaltesystemen ein Thema, über das geschrieben oder gesprochen werden sollte. Sicherheitskommunikation ist eine wichtige flankierende Aktivität, um die Akzeptanz von Maßnahmen zu erhöhen, die bereits eingeführt wurden oder deren Einführung beabsichtigt ist.

Wie die neuen Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigen, wird in Deutschland immer häufiger der Sicherheitsgurt angelegt; Fahrradhelme sowie Rückhaltesysteme werden immer mehr benutzt [4].


[1]  siehe WHO-Veröffentlichung
[2]  siehe auch WHO-Veröffentlichung auf folgeder Website
[3] Neumann-Opitz, N. (2014). Zielgruppe Kinder. In C. Klimmt, M. Maurer, H. Holte & E. Baumann (Hrsg.), Verkehrssicherheitskommunikation: Beiträge der empirischen Forschung zur strategischen Unfallprävention (S. 11-33). Berlin: Springer Verlag.
[4] siehe BASt-Veröffentlichung: